Donnerstag, 20. August 2026

Ewige Ruhe

 

Nahaufnahme einer geöffneten, grün-grauen mechanischen Schreibmaschine mit freiliegender Typenhebelführung und Farbbändern, in deren Walze ein bedrucktes Blatt Papier mit deutschem Text eingespannt ist. Zu lesen sind die Worte: Das Sterben zu zelebrieren

Seit meiner Krankheit ist der August ein scheiß Monat. Schon letztes Jahr war das so. Es liegt an der Urlaubszeit. Während für alle der Sommer die Zeit der Erholung ist, ist er für mich die größte Zeit der Einsamkeit. Nicht, weil ich noch mehr Zeit mit mir verbringe. Sondern weil die Abwesenheit der anderen durch die Freude der Menschen in den Straßen verstärkt wird.

Freitag, 7. August 2026

Möbel der Veränderung

Ein großer, geschlossener Vierteiler-Kleiderschrank aus hellen Holzfurnieren mit zwei Mitteltüren, die verglast und mit weißem Stoff bezogen sind, steht auf einem hellen Holzboden in einer Wohnung, links flankiert von einem Radiator und rechts von einem Hutständer.

Ich habe in dieser Woche einige Sachen gehört, die mich nachdenklich gemacht haben.

Einer vom Schreibtreff sagte zu meinem Verlust: "Sure. You only ever get one." Das hat mich zutiefst berührt. Diese Erkenntnis. Viele Menschen sterben. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Aber man hat nur einen Vater. Und eine Mutter. Menschen, die einen länger kennen, als alle anderen.

Montag, 3. August 2026

Tiriamo avanti

Ein Selfie aus dem Krankenhauszimmer, aufgenommen aus einem hohen Winkel. Im Vordergrund lächelt der Autor, ein Mann mit Bart und Strohhut, leicht in die Kamera. Hinter ihm liegt sein älterer, kahlköpfiger Vater in einem gestreiften Kissen, trägt ein Krankenhaushemd und eine Nasenbrille zur Sauerstoffversorgung. Im Hintergrund sind medizinische Geräte und Anschlüsse an der Wand zu sehen.

Mein Dad ist gestern gestorben. Am Nachmittag hatte ich ihn noch gesehen und mich von ihm verabschiedet – mehr in Gedanken als in versöhnlicher Aussprache. Ist auch schwer, wenn die anderen Familienmitglieder dabei sitzen. Ob er was davon mitbekommen hat, kann ich nicht sagen. Man bildet sich ja gern was dazu ein. Immerhin war da der Morphium-Schleier. Und, vor allem anderen, der Tumor in seinem Kopf, der sein Hirngewebe zerstörte. Durch Osmose hatte sich um ihn herum ein gewaltiges Ödem gebildet. Osmose. Schon in der Schule war sie mir ein Graus.

© Vic Mancini on Death Row
Maira Gall