Freitag, 29. Mai 2026

Onkologin des Todes

Frühlingsblumen in einem trockenen Beet: Tulpen, Stiefmütterchen und gelb blühende Pflanzen zwischen staubiger Erde. Einige Blüten stehen noch aufrecht, andere sind bereits verwelkt oder liegen am Boden.

Heute war ein trauriger Tag. Nicht tragisch, aber doch traurig.

Als ich vor 528 Tagen in die Rettungsstelle vom Vivantes Klinikum im Friedrichshain ging, hatte ich keine Ahnung, was mit mir los sein könnte. Mein Hirn war schon so zerquetscht von dem Tumor, der dort wütete, aber vor allem, von dem Ödem, das auf meine Nerven drückte, dass ich nicht mal auf die Idee kam, so etwas Schlimmes könne mich heimsuchen.

Donnerstag, 21. Mai 2026

Sisyphos im Urlaub

Ein maroder, mehrstöckiger Plattenbau mit grauer Fassade und verwitterten Fensterreihen. Im Vordergrund steht ein verrosteter Metallzaun mit Stacheldraht, hinter dem dichtes, wildes Gebüsch wächst.

 

Neulich war ich in Mitte mit einem Freund, der aus dem Urlaub zurückgekommen war. Er erzählte mir von Inseln und Tauchen im Meer. Von Seepferdchen und Schildkröten. Von leckerem Essen und netten Menschen. Es waren schöne Geschichten. Ich habe mich sehr gefreut für ihn.

Auf dem Weg nach Hause wurde mir bewusst, dass ich so etwas nie wieder haben werde: Urlaub. Vielleicht denkt ihr ja: Jetzt übertreib mal nicht! Aber an meiner Situation als Sozialfall wird sich nie wieder etwas ändern. Es ist so, wie es ist und wird bis zu meinem Tod so bleiben.

Sonntag, 17. Mai 2026

Vier Leben

Frontansicht des Kino International in Berlin an einem hellen Tag. Vor dem modernistischen Gebäude aus der DDR-Zeit fahren Radfahrer über eine breite Kreuzung, darüber blauer Himmel mit wenigen Wolken. Auf der Fassade hängt ein großes Banner mit der Aufschrift „Remastered for Masterpieces“
 

Asche auf mein Haupt. Eine Abwärtsspirale. Je länger ich hier nicht schreibe, desto größer der Haufen an Sachen, die ich euch erzählen möchte.

Erstmal vorweg: mir geht's gut. Der Körper, sprich der Krebs – same old, same old: ein Zwacken hier, ein Ziehen da. Und Drücken überall. Ich hab mich dran gewöhnt und damit abgefunden. Wichtiger ist: Der Friede in mir ist nie wieder gewichen, seit Australien, seit dem "epiphanen Augenblick." Möge kommen, was wolle.

Freitag, 1. Mai 2026

500 Days In a New Life

Sonnenuntergang hinter kahlen Bäumen in einem weiten Park, eine einzelne Person geht über die Wiese, ruhige, kühle Stimmung. 

Hallo Leute!

Ich habe mich bewusst zurückgezogen, weil ich den Roman endlich fertigkriegen will. Das Schreiben des Blogs hat mir in meiner schlimmsten Phase sehr geholfen, vor allem bei meinem psychischen Leid. Aber es hat mich auch viel Zeit und Kraft gekostet, da ich mich ständig um mich kreise. Manchmal habe ich mich dadurch sogar daran gehindert, gesund zu werden.

© Vic Mancini on Death Row
Maira Gall