I'm done. Ich habe es endlich geschafft. Erster Entwurf im Kasten.
3 Jahre Arbeit. 3 Bandleute. 3 Länder. 3 Sprachen
I'm proud of myself. Really!
Euer
Victor Mancini
Der Berliner Schriftsteller Giancarlo Pugliese schreibt über seine unheilbare Krebserkrankung
I'm done. Ich habe es endlich geschafft. Erster Entwurf im Kasten.
3 Jahre Arbeit. 3 Bandleute. 3 Länder. 3 Sprachen
I'm proud of myself. Really!
Euer
Victor Mancini
Meine Therapeutin fragte mich wie immer zuerst, wie es mir gehe. Ich sagte zum ersten Mal: GUT. Ohne jede Einschränkung. Das fiel mir selbst erst auf, nachdem ich es gesagt hatte. Dann fragte ich mich, wie das möglich ist.
Erst dachte ich, ich hätte mich einfach damit abgefunden, dass meine Lebenszeit begrenzt ist. Aber das ist Blödsinn. Ich glaube nicht, dass das wirklich geht. Ich rede es mir jeden Tag ein. Ich versuche mir zu sagen, dass ich den verbliebenen Teil so gut und produktiv wie möglich leben werde. Aber die Nebenwirkungen erinnern mich permanent an meine Krankheit.
„Siediti“ (Setz dich), sage ich und helfe ihm auf den Stuhl.
„Non può mangiare. Deve essere digiuno per gli analisi del sangue! Solo bere, acqua o caffè, ma senza zucchero“ (Er darf nichts essen. Er muss nüchtern bleiben für die Blutuntersuchung! Nur trinken, Wasser oder Kaffee, aber ohne Zucker), ruft meine Mutter aus dem Bad.
Viele Leute bieten mir seit Wochen Hilfe an, vom offenen Ohr bis hin zu finanzieller Unterstützung, weil ich höchstwahrscheinlich nicht mehr arbeiten kann, zumindest nicht mehr regulär als DaF-Lehrer. Klar, ich schreibe mehr als je zuvor, aber solange man dafür kaum Geld bekommt, gilt man hierzulande als Schmarotzer. Fairnesshalber muss gesagt werden, dass die Krankheit dieses Image drastisch mildert.