TATAAAAAAA - da bin ich wieder.
Vielleicht habt ihr euch gewundert, wieso die Pause diesmal so lange war. Das liegt daran, dass ich mich im Endspurt befand und keine gedankliche Ablenkung vom Text gebrauchen konnte.
Hier also die gute Neuigkeit: ICH HAB'S GESCHAFFT. Der Roman ist komplett überarbeitet und liegt auch schon einigen Agenturen vor. Jetzt gilt es abzuwarten und die Daumen zu drücken. Dabei könnt ihr mir sogar helfen. Also: DAUMEN DRÜCKEN. JETZT!
Am Ende sind es 115.000 Wörter geworden, die die ersten beiden Teile des Romans umfassen. Den dritten Teil habe ich abgetrennt und hoffe, ich werde ihn als zweiten Band veröffentlichen. Das setzt voraus, dass der erste Band erfolgreich genug wird. Was "erfolgreich" bedeutet, weiß ich nicht. Das kann nur der Verlag entscheiden. Aber das ist Zukunftsmusik.
Ich werde eine Pause einlegen und erstmal nur noch Blog schreiben.
Heute kommt erstmal M. aus Sardinien nach Berlin. Seit über zwanzig Jahren sind wir nun befreundet. In Melbourne haben wir uns kennengelernt. 2005 ständig abgehangen und alles gemeinsam besucht, gesehen, erlebt. Dann Pause, weil er Berlin und ich Wangaratta. 2008 auch ich Berlin, wo wir eine Sprachschule eröffnet haben. Zwischen 2008 und 2012 haben wir jeden Tag voneinander gehört oder uns gesehen. Und dann kam das Leben dazwischen. Seit vierzehn Jahren ist er mittlerweile in Cagliari. Die Nostalgie überfällt mich gerade. Ich weiß noch nicht, wie ich damit umgehen soll.
Deswegen erzähle ich einfach von dem, was ich in letzter Zeit gemacht habe, wann immer ich fertig war mit Schreiben für den Tag.
Vor allem habe ich Konzerte besucht. Mein erspartes Geld für Bands ausgegeben, die ich unbedingt sehen wollte. Ganze fünf habe ich mir im September und Oktober angeschaut. Zum ersten wurde ich sogar eingeladen. Vielen Dank nochmal dafür.
Damit möchte ich auch anfangen. WU LYF spielte im Lido. Es war fantastisch. Auch wenn ich das neue Album nicht so gut finde wie das alte, ist es dennoch gut, nur eben ganz anders. Die mega abgefeierte Indie-Band aus Manchester hatte sich nach dem Meisterwerk von 2011 Go Tell Fire to the Mountain aufgelöst, weil sie zu viel Erfolg hatten. Die mediale Aufmerksamkeit störte den Sänger Ellery Roberts so dermaßen, dass er das Handtuch warf. Das finde ich genial. Wo gibt es sowas noch? In unserer amerikanisierten Zeit, in der selbst ein Furz verwertet wird, entschließt sich eine Band gegen den Erfolg. Und dabei waren sie gerade mal auf Platz 98 der britischen Albumcharts.
Vierzehn Jahre später vereinten sich die Jungs wieder, schufen das Album A Wave That Will Never Break und releasten es im April 2026. Ihre Einstellung hat sich nicht geändert. Sie sind noch so politisch wie früher. Das merkt man schon daran, dass sie Spotify komplett ablehnen und nur auf Bandcamp ihre Musik anbieten. Aber die Musik ist anders, der Gesang viel melodischer. Mir ist es zu sehr gesungen, dennoch gefällt es mir.
Ich gehe immer ins Lido und habe meine womöglich besten Konzerte dort gesehen. An dem Abend war sehr wenig los. Bei der Hamburger Vorband Softblech waren kaum mehr als fünfzehn Leute im Publikum. Nach und nach füllte sich der Laden. Als WU LYF auf die Bühne kam, waren es vielleicht zwei-, dreihundert. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Live waren sie voller Energie. Vor allem Ellery Roberts war eine Rakete. In ihrer Setlist vermischten sie alte und neue Songs und spielten mehr als achtzig Minuten.
Berichte von meinen anderen Konzerten folgen in den nächsten Tagen. Mit einer lustigen Geschichte möchte ich den Beitrag für heute beenden:
Als ich Mitte September bei meiner regulären Untersuchung in der Onkologie meinem italienischen Arzt erzählte, ich würde zu diesem Gig im Lido gehen, schrieb er sich neugierig den Namen auf, da wir bereits in der Vergangenheit festgestellt hatten, dass wir gemeinsame Interessen haben und einen verdammt ähnlichen Musikgeschmack. Als ich diese Woche wieder bei ihm war, erzählte er mir, er habe mich im Lido gesehen, wollte mich aber nicht stören.
Wer kann schon behaupten, dass er mit seinem Onkologen zum Gig der angesagtesten Heavy-Pop-Band aller Zeiten gegangen ist?
Sonnige Grüße von der Jannowitzbrücke
Victor Mancini

Keine Kommentare
Kommentar veröffentlichen